Über mich

Mechthild Winter, geboren 1969 in Leipzig, studierte Klavier (bei Ruth Benkstein) und Cembalo (bei Christine Schornsheim) in Leipzig und absolvierte danach mit einem DAAD-Stipendium ein zweijähriges Aufbaustudium an der Schola Cantorum Basiliensis  (Cembalo bei Andreas Staier und Generalbasspraxis bei Jesper B. Christensen). Außerdem belegte sie Meisterkurse u.a. bei Gustav Leonhardt und Johann Sonnleitner.

1992 wurde sie Preisträgerin des „Internationalen Johann-Sebastian-Bach- Wettbewerb“ in Leipzig und 2002 Preisträgerin beim „Alte-Musik-Treff“ Berlin.

Eine rege Konzerttätigkeit führt sie als Solistin und Generalbassspielerin durch ganz Europa sowie in die USA und Kanada (u.a. mdr-Musiksommer, Internationale Händel-Festspiele Halle/S., Bachfest Leipzig, „TAMIS“ Saarbrücken; Festival Bach de Montréal, „Gloger-festspillene“ Kongsberg/ Norwegen, Bach-Festwochen Thun/ Schweiz, ...). Mechthild Winter ist Mitglied im „Leipziger Barockorchester“ und im "Sächsischen Barockorchester", sie spielt mit der „Akademie für Alte Musik Berlin“, den „Berliner Philharmonikern“, dem „Gewandhausorchester Leipzig“, unter Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Howard Arman, Riccardo Chailly oder Hans-Christoph Rademann und konzertiert u.a. mit den Sängern Peter Kooy und Gotthold Schwarz oder der Geigerin Ursula Bundies.

Ihre erste Solo-CD “Inspiration und Originalität” erschien 2012 beim Label QUERSTAND.
Als Gründungsmitglied engagiert sie sich in den Ensembles „La villanella Basel“ und „collegium canticorum“, mit denen sie auch jeweils zwei CDs produzierte.

Sie wirkt regelmäßig bei Rundfunk-, CD - und Fernsehproduktionen mit. (MDR, ZDF, BBC, SR; Minnesota Public Radio, RAUMKLANG, RAMÉE, u.a.)

Die Cembalistin ist eine gefragte Korrepetitorin bei internationalen Meisterkursen und Wettbewerben.

Seit 1999 arbeitet sie als Dozentin für Cembalo und Generalbassspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Seit 2005 ist sie auch als Herausgeberin und Generalbass-Bearbeiterin beim “Gebr.-Stark-Musikverlag” und bei “DOWANI International” tätig.

Mein Verhältnis zu J. S. Bach

Der folgende Text ist Auszug aus einem Interview vom Dezember 2010.

Zunächst bin ich gebürtige Leipzigerin. Seit ich bewusst denken kann, gehört Bach ganz selbstverständlich dazu. Wenn man ein bisschen was mit Musik am Hut hat, beginnt das in Leipzig schon sehr früh. Zum Beispiel mit dem Wissen, dass es die Thomaskirche und das Bach-Museum gibt. Wenn man dann noch anfängt, selber Musik zu machen, dann begleitet einen Bach stetig, mich ab dem Alter von 7 Jahren. Das ging mit "Pflichtstücken" aus dem "Notenbüchlein" los, und ich habe eigentlich immer etwas von Bach im Übprogramm gehabt; am Klavier, später natürlich auch auf dem Cembalo. Bach war dann gar nicht mehr wegzudenken.

Es gab intensivere Zeiten der Beschäftigung mit ihm, z.B. in der Schulzeit beim "Bach-Wettbewerb für Schüler und Jugendliche" oder während des Studiums beim "Internationalen Bachwettbewerb".
Später beim Studium in Basel wurde das, was für mich Normalität war, als ganz bedeutungsschwer angesehen: "Oh, du kommst aus Leipzig, der Bach-Stadt, da konntest du sicher immer das Bach-Grab besuchen!" Da bekam ich einen völlig anderen Blick: Bach als etwas besonderes! Vor kurzem habe ich eine Solo-CD aufgenommen, deren Thema Bach in seiner Originalität und in seiner Genialität ist, aber auch seine Inspirationsquellen: Wo kommt er her, wo hat er was gelernt, wie ist das stilistisch mit den französischen oder den italienischen Einflüssen von Corelli und seinen concerti grossi; um ihn einzuordnen in die Tradition, aus der er kam. Dass er nicht außerhalb der Welt stand, schmälert seine Genialität nicht im Geringsten - im Gegenteil! Das finde ich sehr spannend!